Hilpoltstein/Neumarkt, 28.06.2019 – Der Trägerkreis des Volksbegehrens „Rettet die Bienen!“ ist am Donnerstag mit dem Nachhaltigkeitspreis 2019 der Neumarkter Lammsbräu in der Kategorie „NGO“ bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Zum 19. Mal wurde der von dem Lammsbräu-Inhaber Dr. Ehrnsperger gestiftete Preis verliehen. „Voller Freude haben wir die Auszeichnung mit dem Nachhaltigkeitspreis der Lammsbräu für das erfolgreichste Volksbegehren in Bayern angenommen“, freut sich Agnes Becker, Beauftragte des Volksbegehrens und stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende. In seiner Laudatio stellte der Vorsitzende des BUND, Prof. Dr. Weiger heraus welche Bedeutung der Artenschutz hat. Die Politik habe zu lange Zeit die Warnungen ignoriert, dass eine Gefährdung der Artenvielfalt verheerende Folgen haben würde.

 

Der sensationelle Erfolg beruht auf dem großen gesellschaftlichen Bündnis aus dem Trägerkreis von ÖDP, LBV, Bündnis 90/Die Grünen Bayern, Gregor Louisoder Umweltstiftung und dem BUND Naturschutz als Unterstützer. Auch die über 190 Bündnispartner wie der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Bayern (AbL) und der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau LVÖ zählen dazu. „Selbstverständlich können wir nur stellvertretend für alle Unterstützer des Volksbegehrens den Preis entgegennehmen. Denn ohne die 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die unterschrieben haben, und den tausenden Ehrenamtlichen wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen“, sagt Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV.

 

„Das war noch einmal eine schöne und unerwartete Belohnung für das Bündnis und unsere großartige Teamleistung für den Schutz unserer bedrohten Tiere und Pflanzen in Bayern. Wir danken den 1,75 Millionen Unterstützerinnen und Unterstützern in Bayern und blicken schon wieder nach vorn, denn dem ersten Schritt zum Schutz unserer Lebensgrundlagen sollen rasch viele weitere folgen“, sagt Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im bayerischen Landtag.

 

Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung: „Mit dem Volksbegehren wurde eine Bewegung angestoßen, die sich in zahlreichen Aktionen und über Ländergrenzen hinweg fortsetzt“.

 

„Die Rettung der Artenvielfalt braucht ehrliche Partnerschaft zwischen, Landwirtschaft, Lebensmittelherstellern und Konsumenten. Das Beispiel der Neumarkter Lammsbräu muss zum Vorbild für eine ökologische Agrarwende in Bayern werden.“, sagt Richard Mergner, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern.

 

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Hintergrund

Über das Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen!

 

Das Volksbegehren ist ein Mittel der direkten Demokratie. Es ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern die Einbringung eines Gesetzentwurfs in den Bayerischen Landtag. Dazu müssen sich 10 Prozent der Wahlberechtigten – rund 1 Million Menschen – mit ihrer Unterschrift für das Volksbegehren aussprechen. Diese Hürde wurde von dem Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen! mit großem Erfolg genommen: vom 31. Januar bis zum 13. Februar 2019 haben sich über 1,7 Millionen Wahlberechtigte persönlich in den Rathäusern in Listen eingetragen. Am 3. April hat die Bayerische Staatsregierung angekündigt, den Gesetzentwurf anzunehmen. Zum Trägerkreis des Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen! gehören die Ökologisch-Demokratische Partei Bayern (ÖDP), der LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern), Bündnis 90/Die Grünen Bayern und die Gregor Louisoder Umweltstiftung. Ein breites gesellschaftliches Bündnis von über 200 Organisationen, Unternehmen, Verbänden und Parteien unterstützt diese direktdemokratische Initiative für ein neues Naturschutzgesetz in Bayern.

 

Die Kernforderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen!

Ziel des Volksbegehrens ist es, Regelungen im bayerischen Naturschutzgesetz zu verankern, die die Artenvielfalt retten. Die Kernforderungen: die bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere; die Erhaltung von Hecken, Bäumen und kleinen Gewässern in der Landwirtschaft; der Erhalt und die Schaffung blühender Randstreifen an allen Bächen und Gräben; der massive Ausbau der ökologischen Landwirtschaft; die Umwandlung von zehn Prozent aller Wiesen in Blühwiesen; die pestizidfreie Bewirtschaftung aller staatlichen Flächen; die Aufnahme des Naturschutzes in die Ausbildung von Land- und Forstwirten.

 

Die Aktionsbündnisse

Bayernweit kämpfen 80 Aktionsbündnisse in den Gemeinden für eine Wende im bayerischen Naturschutz. Alle Interessierten sind aufgefordert mitzumachen. Auf der Website des Volksbegehrens Artenvielfalt www.volksbegehren-artenvielfalt.de findet man die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.

 

Das Artensterben

Wissenschaftliche Studien belegen, dass in Bayern immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden sind. Besonders betroffen sind die Insekten, die unter anderem für das Überleben der Menschheit als Bestäuber von Nahrungspflanzen existenziell wichtig sind. In Deutschland sind knapp 50 Prozent aller Bienenarten bestandsbedroht oder bereits ausgestorben, über 75 Prozent aller Fluginsekten sind nicht mehr da und die Bestände an Schmetterlingen vielfach sogar noch stärker zurückgegangen, in einigen Regionen Bayerns teilweise um 70-90 Prozent. Unter anderem in Folge des Insektenschwundes leben in Bayern nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren. Diese dramatische Entwicklung will das Volksbegehren Artenvielfalt stoppen.