Unser Unterstützer Prof. Dr. Michael Schrödl von der Zoologischen Staatssammlung in München und seine Kollegin Dr. Vreni Häussermann haben kürzlich ein wichtiges Buch veröffentlicht: Biodiversitot. Wir werden hier in den nächsten Wochen gekürzte und leicht abgewandelte Kapitel aus ihrem Buch veröffentlichen.

Das Vorwort zu Biodiversitot schrieb Prof. Dr. Gerhard Haszprunar, der ebenfalls unser Volksbegehren unterstützt. Wir drucken es hier wörtlich als Einführung zum Buch ab:

„Ein unbequemes, ja ein unerhörtes Buch! Da schicken sich anerkannte Fachwissenschaftler und Meeresbiologen an, nicht nur einfach Zahlen und Fakten ordentlich geordnet zu präsentieren und danach zu interpretieren – sauber getrennt, versteht sich, wie sich das so gehört in einer Fachpublikation. Nein, dieses Buch nennt Dinge beim Namen, will provozieren, will empören: die Autoren folgen der klassischen Triple-H-Strategie: Herz (Emotion) und Hirn (Verstand) müssen zusammen agieren, um die Hand (unser Tun und Lassen) anzuleiten.

Das Anliegen selbst ist nicht neu und jüngst sogar von Papst Franziskus persönlich in seiner viel beachteten Enzyklika „Laudato Si“ direkt angesprochen worden: Wenn wir so weitermachen, geht diese Welt innerhalb der nächsten Generationen zugrunde. Unser Lebensstil des ungezügelten Verbrauchs, die aktuelle Wirtschaftsordnung, die gegenwärtige Agrarindustrie, die globalen Handelsverträge vernichten und töten, nicht nur Pflanzen- und Tierarten, sondern auch Menschen – das darf uns nicht kalt lassen, da muss man sich empören.

Die Autoren wenden sich explizit an „die Reichen“. In der Tat, wer viel hat, kann viel bewegen, das gilt für Mensch oder Firma gleichermaßen. Ich selbst neige allerdings mehr zur These: Niemand kann alles, aber keiner kann nichts. Mit anderen Worten: jede und jeder ist aufgefordert, im Rahmen der Möglichkeiten ihren/seinen Beitrag zu leisten: Geändertes Konsumverhalten, blühende Kleinbiotope statt Golfrasen im Garten, Wissen und Gewissen um die schwindende Vielfalt der Pflanzen, Pilze und Tiere – all das macht bei vielen Menschen eben auch viel aus. Das Buch über das Schicksal der Menschheit ist noch nicht geschrieben – wir alle schreiben es selbst.

In der Hoffnung, dass unseren Urenkeln beim Lesen jenes Buches nicht die Tränen kommen – lesen Sie dieses und tragen Sie zu seinem Erfolg bei!

München, 31. Juli 2017, Prof. Dr. Gerhard Haszprunar, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, Lehrstuhl für Systematische Zoologie, LMU München

PS: Bitte nicht vergessen: Neben unserem Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ auch Michael Schrödls Petition zum Erhalt der Artenvielfalt unterschreiben!